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25.02.12 21:57 Alter: 7 yrs

Die schmutzigen Tricks bei der Scheidung

 

Wer seinen Noch-Ehemann schädigen will, der behauptet einfach, dieser habe die Kinder missbraucht. Solche und andere schmutzige Tricks im Kampf vor der Scheidung nehmen zu. FOCUS-Titel über den Scheidungskrieg.Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ehe hält, bis dass der Tod sie scheidet, ist nicht gerade hoch. 190 000 Paare lassen sich pro Jahr von irdischen deutschen Gerichten scheiden – Rachegelüste, Stress und Streit sind seit jeher die natürlichen Begleiter dieses juristischen Akts.

 

Seit der angeblichen Harmonisierung des Unterhaltsrechts im Jahr 2008 aber haben die Auseinandersetzungen eine neue Qualität – insbesondere bei Familien mit Kindern. Gezerre und Gezänk waren früher; jetzt wird attackiert und gefochten bis zum Sieg. Mit fiesen, oftmals boshaften, legalen oder auch illegalen Tricks versuchen sich die Kontrahenten im Scheidungskampf in die Vorhand zu bringen.

Die schmutzigen Tricks: Kinder entfremdet, Häuser leergeräumt

Wenn der Streit erst einmal losgebrochen ist, werden „alle Register gezogen“, sagt Rudolf Haibach, Notar und Familienfachanwalt mit Kanzleien in Gießen und Frankfurt. Da werden Kinder entfremdet, Häuser leergeräumt, Verfahren ins Unendliche hinausgezögert und regelrechte Ablösesummen gefordert. „Wer diese Tricks nicht durchschaut – und nicht frühzeitig gegensteuert, ist vor Gericht schnell im Abseits und kann Haus, Hof und Kinder verlieren.“

 

Ähnliche Erfahrungen hat die Münchner Scheidungsanwältin Alice Maly. Grundsätzlich, so glaubt die Münchner Juristin, sind Paare in Trennung heute immer weniger zu Zugeständnissen bereit – auch weil sie manchmal schlicht unfähig seien, persönliche Verletzungen aus der Ehe zu verarbeiten. „Sehr häufig“ erlebe sie, dass Mandanten ihr versicherten, eine ruhige Scheidung anzustreben und sich einigen zu wollen. Und schon im nächsten Satz heiße es: „aber ich will, was mir zusteht.“ Beide Seiten stellten Maximalforderungen und seien gewillt, diese dann auch „mit allen Mitteln“ durchzusetzen.

 

Den Partner bezichtigen, er habe das Kind missbraucht

Wehtun, schädigen und aufs Ganze gehen. Gerade im Streit um die Kinder sind manchen alle Finessen recht. Der wohl übelste, gemeinste und verwerflichste Trick ist, den Partner absichtlich fälschlich zu bezichtigen, er hätte das gemeinsame Kind missbraucht. Ziel: das Sorgerecht für sich zu bekommen und den anderen kalt zu stellen. Eine Behauptung mit dramatischen Folgen: Sie führt stets sofort zu intensivsten Ermittlungen. Zunächst darf der vermeintliche Täter die Kinder nicht mehr so einfach sehen. Zudem kann ein erfundener Vorwurf den Falsch-Beschuldigten Ansehen, Job – ja quasi das ganze Leben kosten.

 

Besonders abgefeimt ist der Mediationstrick. Heißt: Man schlägt dem Noch-Partner vor, sich in aller Freundschaft und Güte zu trennen und deswegen auf teure Rechtsanwälte zu verzichten und nur eine gemeinsame Mediation zu machen. In seinem großen Harmonie-Bedürfnis geht der Partner darauf ein, während man sich selbst natürlich ausführlich beraten lässt und auslotet, wie man die Gegenseite ausbooten kann. Bis die Betrogenen das merken, ist es längst zu spät.

 

Vor der Scheidung auf der Hut sein und Rat suchen

„Um sich wechselseitig zu verletzen oder zu schaden, gibt es unendlich viele Möglichkeiten“. warnt Familien-Experte Haibach. Scheidungswillige müssten auf der Hut sein und früh Rat suchen: um böswilligen Partner nicht auf den Leim zu gehen, und sich bestenfalls noch vor dem Scheidungstermin gütlich zu einigen.

 

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Quelle:http://www.focus.de/finanzen/recht/focus-titel-haus-geld-kinder-die-schmutzigen-tricks-bei-der-scheidung_aid_716564.html


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