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10.03.10 19:46 Alter: 8 yrs

Hilfe suchende Väter fühlen sich von Jugendwohlfahrt verraten

 

Verein vaterverbot.at kritisiert: Unabhängig von der Situation werden fast alle Entscheidungen zu Gunsten der Mutter getroffen

STEYR — Das Ende einer Beziehung ist oft der Anfang eines Kampfes, bei dem es immer Verlierer gibt. In den Hauptrollen: Vater, Mutter und Kind(er). Bei einer Trennung bleiben die Kinder meist bei der Mutter, der Vater hat ein „Umgangsrecht“. Damit lassen sich viele Männer nicht mehr abspeisen, wie die lange Mitgliederliste von vaterverbot.at zeigt: „Wir wollen für unsere Kinder da sein, sie aufwachsen sehen und ihnen die Gewissheit geben, dass wir sie über alles lieben“, sagt Norbert Grabner, Mitbegründer des Steyrer Vereins dem NEUEN VOLKSBLATT. Der Wille allein genügt nicht immer: „Wenn Wut und Rache im Spiel sind, wird die gemeinsame Zeit mit den Kindern zu einem Machtspiel. Bei der derzeitigen Obsorgeregelung wird einem Elternteil die Entscheidungsgewalt übertragen, wie oft und wie lange der Besuchsberechtigte sein Kind sehen darf. Wer sich dagegen wehrt, muss mit einer Einschränkung oder einem völligen Abbruch der Kontakte rechnen“, so Grabner.

 

269 Trennungsväter wurden befragt

 

Wenn nichts mehr geht, die Situation verfahren und keine Gesprächsbasis unter den Erwachsenen da ist, können Elternteile Hilfe bei der Jugendwohlfahrt suchen. „Ein Schritt, den der Großteil der Väter bitter bereut“, weiß Grabner. Der Verein hat 269 Trennungsväter befragt, das Ergebnis stellt der Behörde ein miserables Zeugnis aus: 86 Prozent der Väter haben den Eindruck, dass man ihre Anliegen nicht ernst nimmt, gar 90 Prozent der Väter fühlen sich aufgrund ihres Geschlechts gegenüber den Müttern benachteiligt. „Unabhängig von der Situation werden fast alle Entscheidungen zu Gunsten der Mutter getroffen, weil das in Österreich eben so üblich ist. Die Jugendwohlfahrt ist verpflichtet im Interesse der Kinder zu handeln, ihnen einen Elternteil zu nehmen oder nur minimale Zeit mit ihm einzuräumen, ist kinderfeindlich. Wir Väter fühlen uns verraten, wenn wir um Hilfe bitten und als fürsorglicher Elternteil einfach ignoriert werden. Wir wollen einen friedlichen Konsens, die Gesellschaft, Gerichte und Ämter müssen unsere Anliegen aber endlich ernst nehmen“, betont Grabner im Sinne jener Väter, die keine Besucher mehr sein wollen und um ein männerfreundliches System kämpfen.

 

 

Quelle: Neues Volksblatt vom Mittwoch den 10. März 2010.

Von Manuela P. Kaltenreiner

 


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