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13.08.13 09:42 Alter: 5 yrs

Internationale Konferenz zur Doppelresidenz

 

Linz (OTS) – Vergangenes Wochenende fand in Deutschland, Bonn, die erste internationale „shared parenting“ Konferenz statt.

Shared parenting bezeichnet das Nachscheidungsmodel der geteilten Elternschaft, wobei beide Elternteile trotz Trennung die Verantwortung und Betreuung für die Kinder gleichermaßen ausüben.

VertreterInnen aus 14 Staaten aus ganz Europa, Australien, Kanada und den USA diskutierten mit Experten aus der ganzen Welt über das Modell der Doppelresidenz.

H. Sünderhauf, Professorin der Uni Nürnberg, referierte aus ihrer jüngsten Metastudie zum Thema Wechselmodell (ihre Studie erscheint noch im August im Springerverlag). Die Auswertungen von 48 Einzelstudien aus der ganzen Welt ergaben insgesamt eine sehr positive Gesamtbilanz. Sünderhauf resümierte die Doppelresidenz als ein win win win Modell für Kinder, Mütter und Väter, letztlich aber für die ganze Gesellschaft, da die negativen Folgewirkungen von Scheidungen minimiert werden können. Kinder, die nach der Scheidung von beiden Eltern gleichermaßen betreut werden, sind laut Sünderhauf psychisch signifikant gesünder, leiden weniger unter ADHS und werden seltener Opfer von Mobbing. Aber auch die Eltern sind mit ihrer Situation zufriedener als im klassischen AlleinerzieherInnenmodell. Entgegen allgemeiner Annahmen ergab die Studie, dass das Modell auch funktioniert, wenn sich ein Elternteil dagegen ausspricht.

Ebenso bedingt es keiner besonders freundlichen Kooperation und Kommunikation zwischen den Eltern. Prof. E. Krug von der Uni Columbia, ebenfalls Teilnehmer der Konferenz, sowie Professoren der Uni Barcelona und Toulouse, bestätigten Sünderhauf´s Studieneergebnisse. (L. Flaquer Uni Barcelona, G. Neyrand Uni Toulouse).

 

Anton Pototschnig, Sozialarbeiter, Familiencoach und Obmann der ersten Initiative zur Doppelresidenz weltweit (www.doppelresidenz.at), vertrat als Gründungsmitglied von shared parenting die österreichische Situation. Pototschnig beteuert, dass es in Österreich leider noch nicht gelungen ist, die Doppelresidenz ins Gesetz zu verankern, sieht sich aber durch das internationale Interesse und die Studienergebnisse in seinem Weg bestärkt.

Eine weitere internationale Zusammenarbeit wurde bei der Konferenz beschlossen. Ziel ist es Fachleute, Gesetzgeber und die breite Öffentlichkeit weltweit besser über dieses Modell zu informieren um es letztlich in den jeweiligen Ländern auch gesetzlich zu verankern. Unterstützt wird die Intitiative durch die, im Aufbau befindliche, mulitilinguale Internetplattform „sharedparenting.com“. Auch der „Verband berufstätiger Mütter“ zeigt großes Interesse an der Initiative und sieht sich in ihrem Ziel einer besseren work-live-balance für Mütter unterstützt.


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