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Demo in Wien für Väterrechte 30.10.2009

Um auf die Situation der Väter aufmerksam zu machen zogen am 30. Oktober 2009 zahlreiche Menschen durch die Straßen von Wien. Am Startpunkt , dem Familienministerium, übergaben wir einer Vertreterin des Familienministeriums und einem Vertreter des Justizministeriums unseren Forderungskatalog. Die Route führet durch die Innenstadt zum Bundeskanzleramt, dort wurde dem Bundeskanzler (der zeigte wie wichtig ihm die Väter sind, er ließ sich durch den Portier vetreten) unsere Pedition übergeben. Die Veranstaltung endete um 18:00 vor dem Justizministerium.

Fazit: Es war unsere erste Veranstaltung dieser Art, aber sicher nicht die Letzte.

 

Wir Väter wollen mehr Verantwortung für unsere Kinder übernehmen. Manche Mütter tun sich schwer, Verantwortung abzugeben. Umgekehrt wissen wir, dass manche Väter die Verantwortung ihren Kindern gegenüber vernachlässigen. Wir, aktive und verantwortungsbewusste Väter haben es satt, mit jenen ständig in einen Topf geworfen zu werden. Wir Väter finden es unerträglich, ständig in der Bittstellerposition sein zu müssen, ob und wie lange wir unsere Kinder sehen dürfen und wer bei den Besuchskontakten dabei sein darf. Mütter werden oft zu Gatekeepern.

Besonders nach der Trennung ist es für viele schwierig, bzw. bei Widerstand durch die Mutter unmöglich, Vater zu bleiben. Oft bedeutet es jahrelange, zermürbende, letztlich erfolglose Verfahren. Viele Väter stehen das nicht durch und resignieren. Diesen Vätern wird dann auch noch umgekehrt, mangelndes Interesse ihren Kindern gegenüber vorgeworfen.

"Wenn die Mutter nicht will, geht gar nichts" ist ein Ausspruch von Richtern den viele betroffene Väter kennen. Mit rechtsgültigen Besuchsrechtsbescheiden sehen sie sich mit der Tatsache konfrontiert, dennoch ihre Kinder nicht sehen zu können. Mütter ignorieren vielfach Bescheide, und damit auch Kinderrechte, ohne die geringsten Konsequenzen befürchten zu müssen. Nicht nur dass der Rechtsstaat dadurch ausgehöhlt wird. Nicht nur, das die Väter und die Kinder um ihren gegenseitigen Kontakt kommen. Kinder wachsen ohne leibliche Väter auf, was negative Folgen für sie hat.


Rund 40% der Kinder verlieren den Kontakt zu ihren Vätern innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Trennung der Eltern. Kinder die ihre Väter entbehren, sind in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung gefährdet. Nach übereinstimmenden Studien sind sie auffälliger in der Schule, aggressiver und depressiver, leiden verstärkt unter Angstzuständen, werden viel häufiger delinquent und kommen eher mit Drogen in Berührung.

Wir Väter haben Hochachtung vor jeder allein erziehenden Mutter, die es mit ihren Kindern allein schaffen muss, weil der Vater nicht Vater sein will. Wir Väter haben aber kein Verständnis Müttern gegenüber, die Väter aktiv ausgrenzen.

Wir haben es satt ständig in irgendein politisches Eck, meistens in ein rechtes Eck gestellt zu werden. Wir lassen es aber nicht zu, dem rechten Lager die Themenführerschaft allein zu überlassen. Wir fühlen uns von den vielen Parteien im Stich gelassen und wollen auf unsere Ziele aufmerksam machen die wir in 10 Thesen formuliert haben. Wir wollen ernst genommen und in Entscheidungsprozessen involviert werden.

 

Hintergrund

Die derzeitige Rechtsgepflogenheit geht auf Meinungen zurück, die im gewandelten Gesellschaftsbild nicht mehr der gesellschaftlichen Realität gerecht wird. Wechselseitige Emanzipation, Väterkarenz etc. haben das Engagement in der Eltern-Kind-Beziehung gewandelt. Männer kümmern sich um ihre Kinder, bauen tiefe Beziehungen zu ihnen auf, Frauen stehen im Berufsleben, minimieren die Unterbrechung ihrer Karriere. Die Lücken werden zunehmend durch die Väter gefüllt, die traditionelle Rollen in der Kinderversorgung übernommen haben.

Nach Trennungen, bei denen Kinder zu Machtmitteln geworden sind, werden oft diese Bindungen zerstört, die Beziehungsbilder der Kinder durch Manipulation verzerrt. Über die Zwischenstufe der Besuchsregelung tritt, da kein gemeinsames Leben und Alltag zeitlich mehr möglich ist, Entfremdung und schließlich der Abbruch der Beziehung ein.Dagegen ist und erklärt sich unser Rechtssystem als weitgehend machtlos.

 

Ziele

  • Gleichberechtigte Elternschaft in Bezug auf Rechte und Pflichten dem Kind gegenüber.

  •  Ein Umgangsrecht besteht aus annähernd gleich dauernden Elternzeiten. Die Besucherrolle der Eltern muss abgeschafft werden, da sie unnatürlich und widersinnig ist. Ein Vater und eine Mutter können nicht Besucher sein. Eine große Zahl von Experten spricht sich für eine Betreuung der Kinder durch beide Elternteile aus.

  • Einführung eines Rechtssystems, bei dem das Kindeswohl im Vordergrund steht, eine Betreuung der Kinder durch beide Elternteile in einer "Doppelresidenz" sollte der anzustrebende Regelfall sein.

  • Grundsätzlich gemeinsame, nicht aufhebbare Obsorge beider leiblicher Elternteile, unabhängig vom Familienstatus.

  • Sofortige unmittelbare Durchsetzbarkeit eines annähernd gleich dauernden Umgangsrechtes mit den Kindern für beide Elternteile. Ausnahme nur, wenn zum Schutz des Kindes zwingend erforderlich.

  • Umsetzung des Rechtes der Kinder auf beide leibliche Elternteile (UN- Kinderrechtskonvention).

  • Bei Verzug eines Elternteils verbleibt das Kind beim wohnortstabilen Elternteil.

  • Eine gerechte Kind-Übergabe/Übernahme-Regelung, bei der zeitliche als auch finanzielle Aufwendungen zur Aufrechterhaltung des Eltern-Kind-Kontakts von beiden Elternteilen getragen werden.

  • Ein Betreuungszeiten orientierter Unterhaltsausgleich, bemessen am Regelbedarf und nicht am tatsächlichen Einkommen.


 

Presse
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Forderungskatalog
Pressetext zur Demo

 

 

 









Video-Rückblick zur Väterdemonstration am 30.10.2009

Video: Väter- demonstration in der Wiener Innenstadt am 30.10.2009

Video 164 MB;
© Wien-konkret


Video- Start/Stop durch
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