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Lukas und Maria, Teil 3

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Verfasst am: 10. 03. 10 [23:03]
Otto
Themenersteller
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 128
Lukas und Maria fragen:
Soll Papa sich an das "Verbot" von Mama halten, und nicht zur sog. Monatsfeier in die Waldorfschule kommen?
Rein rechtlich ist Mama im Unrecht, denn es gibt noch keine Entscheidung des Gerichtes, nur die Empfehlung des Gutachters...
Würde es die Gesamtsituation eher verschlimmern oder eher verbessern, wenn Papa dennoch hingeht?
Ist das eher Feigheit und Dummheit, nicht hinzugehen und der Mama wieder einmal nachzugeben?
Oder ist es eher ein Verzicht, der zwar schmerzt, der aber die Gesamtsituation eher entspannt und langfristig erleichtert?

Wie sehen das die Leser, die vielleicht objektiver sein können als die Betroffenen?
Wir bitten um baldige kurze Rückmeldungen, Papa muss sich rasch entscheiden! (Am 13. März ist die Schulfeier. Das ist eine öffentliche, für jedermann frei zugängliche Veranstaltung, in der jede Klasse einen künstlerischen Beitrag gibt).
Danke!

[Dieser Beitrag wurde 6mal bearbeitet, zuletzt am 17.03.2010 um 08:45.]

Lug und Trug gilt als verbürgte Wahrheit, während man die Wirklichkeit nur vom Hörensagen kennt. (Thoreau: Walden)
Verfasst am: 18. 03. 10 [00:09]
Otto
Themenersteller
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 128
Lukas und Maria berichten:
Es kam keine Rückmeldung von den Lesern. Was ist der Grund?
Vielleicht war zu spüren, dass Papa sich eigentlich schon entschieden hatte zu der Zeit, als er noch die Frage stellte.
Er hat der Mama (wieder einmal) nachgegeben und ist nicht hingefahren.
Das war ein ziemliches Opfer für ihn. Erleichtert wurde ihm die Entscheidung, weil er dadurch die Möglichkeit bekam, etwas zu hören über
Spirituelle Wege der Konfliktlösung“.
(Dieses Thema wurde zeitgleich mit der Schulfeier in unserer früheren Heimatstadt L... behandelt).
Vielleicht war das für uns auf lange Sicht gesehen noch wichtiger.
Denn wo spielt sich letztendlich alles Wichtige ab, wo fallen denn alle ´Entscheidungen´, wenn nicht auf dieser spirituellen Ebene?

Ihr (Erwachsene mit Konflikten) könnt lernen, immer bewusster damit umzugehen.
Viele machen das ja auch - und es hilft immer. Nur - immer sieht die Lösung nicht so aus, wie man es sich zunächst wünscht.
Ob es gelingt, merkt man daran, dass Ruhe, Friede spürbar wird, unabhängig davon, wie die äußere Situation wirklich ist.
Und auf die Dauer wird auch die reale Situation sich zum Guten wenden, sprich:
Kinder und Eltern werden zusammenfinden, zerstrittene Partner werden sich respektieren, und so weiter.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.03.2010 um 00:13.]

Lug und Trug gilt als verbürgte Wahrheit, während man die Wirklichkeit nur vom Hörensagen kennt. (Thoreau: Walden)
Verfasst am: 18. 03. 10 [00:21]
Otto
Themenersteller
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 128
Es folgt jetzt der schriftliche Bericht unseres Besuchsbegleiters Dr. Gerold D. Er schrieb ihn schon am 9. Nov. 2009. Papa hat ihn nicht gleich an den Richter geschickt, weil er meinte, dass es wenig zählt, wenn er das ungefragt bekommt. Er hoffte, der Richter würde den Gerold einladen oder zumindest einen Bericht anfordern. Das geschah nicht, also hat Papa dieses Schreiben dann erst bei der Gutachtenserörterung am 11. Feb. 2010 vorgelegt.
Papa und Gerold waren von Anfang an per Du, nur in dem Bericht hat Gerold das ´Sie´ verwendet.
* * *
G..., am 09. November 2009
Sehr geehrter Herr Ing. T....!
Gerne entspreche ich als Besuchsbegleiter des Vereins K..... Ihrem Wunsch nach einem Bericht über meine Eindrücke Ihrer von mir begleiteten Besuche bei Ihren Kindern Maria und Lukas T........

Die durch mich begleiteten Besuche fanden vom Oktober 2007 bis August 2009 statt. In den kühleren und kalten Monaten mieteten Sie für dieses Beisammensein Räume in H..-P..., dem Wohnort der Kinder. Während der Sommermonate fanden die Besuche auf dem Spielplatz im G...er Augarten statt. Zum vereinbarten Zeitpunkt waren Sie stets pünktlich und zuverlässig zur Stelle, nach Beendigung der jeweiligen Besuchszeit wurden die Kinder immer pünktlich und wohlbehalten an Frau B..... übergeben.

Die Begegnungen mit Ihren Kindern fanden in einer Atmosphäre der Wertschätzung und der Liebenswürdigkeit statt. Maria und Lukas wurden von Ihnen sinnvolle Unternehmungen und Spiele geboten: Musizieren, Gesellschaftsspiele, Spiele an Spielgeräten, Waldspaziergänge, Beobachtung der Natur, Besuche in einem Gestüt, Basteln, Vorlesen, Gespräche über die Schule und deren Bildungsinhalte, Gespräche über den Freundeskreis, Beobachtung der Gestirne und etliches mehr. Während der Zeit meiner Anwesenheit fiel nie ein böses Wort und während dieser Zeit wurden die Kinder stets umsichtig beaufsichtigt und auch versorgt.

Sie sind auch mit Lukas in einer Weise umgegangen, dass es bei ihm nicht zu Aggressionsausbrüchen gekommen ist. Waren Ansätze dazu erkennbar, gelang Ihnen stets eine rasche Beruhigung.

Sollten Sie die bei den begleiteten Besuchen gezeigte gute Obsorge und positive Erziehungskompetenz auch ohne die Anwesenheit eines Besuchsbegleiters wahrnehmen, kann ich mir unbegleitete Besuche oder Aufenthalte der Kinder bei Ihnen in L..... durchaus vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerold D..
Besuchsbegleiter beim Verein K.....

Papas Kommentar dazu:
Der Gutachter hat das bei der -erörterung gelesen, den positiven Teil zur Kenntnis genommen und hat dann eingehakt bei der Formulierung des letzten Satzes: "Sollten Sie...". Und er hat es gewertet als Papas mangelnde Fähigkeit...
Im Vergleich zu den positiven Aussagen hätte er diesen einen Satz auch vernachlässigen können oder er hätte auch aus diesem Satz Gerolds Vertrauen herauslesen können: "kann ich mir ... durchaus vorstellen."
Den Papa kam diese Formulierung "Sollten Sie..." schon damals zu schwach vor und er hat Gerold vorgeschlagen, er sollte etwa schreiben: "Ich habe deine umfassende Erziehungskompetenz ... gut kennengelernt und bin überzeugt, dass du Lukas auch in L.... gut und vor allem sicher versorgen wirst".

Aber - aus welchem Grund auch immer - Gerold blieb bei seiner Formulierung.
Hat etwa er auch irgendwelche Ängste? Ihm kann doch gar nichts passieren.

Wie dem auch sei: "Wenn es nicht sein soll, dann soll es nicht sein".
(Papas vorläufige Zustimmung zu dem Unabänderlichen).

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 19.03.2010 um 23:19.]

Lug und Trug gilt als verbürgte Wahrheit, während man die Wirklichkeit nur vom Hörensagen kennt. (Thoreau: Walden)
Verfasst am: 19. 03. 10 [23:37]
Otto
Themenersteller
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 128
Am 22. Febr. 2010 bekam Papa folgendes Mail von einer Freundin, die jedoch unsere Mama nicht kennt.:

....Es kam mir der Gedanke, dass "Silvia" sich vielleicht beruhigen könnte, wenn sie weiß, dass Du länger nicht auftauchst. (Du hast erwähnt, dass du die Kinder viele Monate nicht zu sehen erlaubt bekommst) und wäre dadurch etwas entspannter, Dir gegenüber, was wiederum für die Kinder gedeihlicher wär als eine (evtl. gar angst-)gestresste Mama...(--- ich weiß nicht, ob das überhaupt so sein würde, wie gesagt, nur ein Gedanke von mir)--- Also der Versuch: gerichtlich angeordnete Situation hinnehmen statt kämpfen.

Das würde für dich aber den schweren Verzicht auf die Kinder für längere Zeit bedeuten, aber auch eine gewisse, zwar schwer hinzunehmende, Klarheit für die nächste Zeit auch für Dich. .....
Viel innere Kraft in dieser für dich sehr harten Zeit!
E....... und herzliche Grüße von F.... .

* * *
Papas Antwort sah so aus:

L......., Dienstag, 02. März 2010
Danke E....... und F..... für euer Mitdenken und Mitfühlen.
Ja, am Montag haben sich beide Pfarrer und Marias Lehrer S........ mit mir zu einem Gespräch gefunden. Es gibt immer wieder auch überraschende Hilfen.
Auch von den drei kam der Vorschlag wie von dir, diese schon seit einem halben Jahr bestehende und vielleicht noch lang dauernde Trennung anzunehmen.
Das würde ich gern tun, wenn auch ganz schweren Herzens, wenn es nachher zu einer guten Lösung kommen würde.
Das aber kann ich mir nicht vorstellen.

Ich sage jetzt ein paar Sätze zu Silvias Wesen.
Warum fühlt sie sich von mir bedrängt? Wir sehen uns einmal im Monat bei der Kinderübergabe für fünf Minuten, und etwa fünfmal im Jahr in der Schule bei öffentlichen Veranstaltungen.(Das hat sie selbst an die Schule geschrieben, dass das sein darf....). Und ich gab ihr schriftlich, mich nie in der Nähe ihrer Wohnung zu zeigen oder aufzuhalten.
Sie fühlt sich auch durch meinen Kontakt zur G...... Christengemeinschaft bedroht und meint, sie muss mir das verbieten. Selbst aber hat sie so gut wie keine Verbindung dazu, vielleicht einmal im Jahr taucht sie dort auf.
Also warum fühlt sie sich bedrängt? Was ist da dahinter?

Silvia hat sich durch den Vorschlag zur Besuchsaussetzung tatsächlich entspannt und beruhigt im letzten halben Jahr und wird das vielleicht weitergehen.
Aber was wird nachher sein? Von ihr aus kann ich mir nichts anderes vorstellen.
Sie wird auch in Zukunft die Kinder nicht mehr loslassen als bisher.
Was wird bei den Kindern anders sein? Ihr Papa wird ihnen ein Stück fremder geworden sein. Nicht ganz fremd, aber doch.

Und die paar guten Stunden in jedem Monat sind ganz weg. Ein Mensch weniger, der sich für sie interessiert, einer weniger, von dem sie wahrgenommen werden. Was bedeutet das für die Beiden?

Silvia kann nicht freiwillig loslassen. Sie überbehütet und fesselt die Beiden an sich. Die Kinder werden von S. überwältigt. Sie ist von ihrer Kompetenz voll überzeugt und ebenso von meiner Unfähigkeit, gut für die Beiden zu sorgen. Niemand sonst bezweifelt meine Kinderbetreuungskompetenz - im Gegenteil, wer die Kinder und mich zusammen gesehen hat, weiß, was los ist. Warum schätzt sie als Einzige das ganz anders ein?

Sie kann mit ihrer Intelligenz, ihrem Charme und ihrer nicht verborgenen Hilfsbedürftigkeit zumindest alle Männer, aber auch viele Frauen für sich vereinnahmen. Zumindest eine Zeit lang. Und sie kämpft mit Ausdauer und mit allen Mitteln. Kein ´normaler´ Mensch nimmt diesen Kampf auf sich. Es wäre Vergeudung von Kraft. Auch ich hab´ im Laufe der Zeit fast immer nachgegeben.
Aber alles Nachgeben war umsonst, denn sie scheint wie ein ´Fass ohne Boden´ zu sein.
Also ist jetzt wieder einmal eine Zeit, mich einzusetzen (kämpfen will ich nicht sagen).
Kaum jemand durchschaut Silvias seelische Konstitution (geschweige denn die geistige) Auch ich verstehe sie bis heute nur zum Teil, obwohl wir uns seit 17 Jahren kennen.

Der Gutachter ist ihr zunächst und in weiten Teilen auch auf den Leim gegangen. Silvia konnte ihm glaubhaft machen, dass ich sowohl psychisch als auch sozial ziemlich daneben bin. (angeblich bin ich Autist, bin eine Gefahr für Lukas und Maria, wahre keine Grenzen usw.)

Ich war im Gespräch mit dem Gutachter ganz in der Defensive und konnte nur auf viele Vorhaltungen reagieren. Erst durch meine schriftlichen Richtigstellungen und durch meinen Fragenkatalog hat der Gutachter sein Bild von mir etwas korrigiert.

Er hat dann doch in der mündlichen Verhandlung Silvias Sicht relativiert, etwa, als sie davon sprach, dass sie Gewalt durch mich erlebt, meinte er, dass man unter Gewalt im Allgemeinen etwas anderes versteht.

Durch Nachgeben ist bei Silvia nichts zu erreichen, denn sie nimmt und nimmt und meint, dass ihr Alles zusteht. Sie sieht nicht, wenn das Gleichgewicht nicht stimmt.
In manchen Bereichen ist sie jedoch gut lernfähig. Und sie akzeptiert meistens auch Autoritäten.
Also hoffe ich und wird es auch so kommen, dass jemand, den sie akzeptiert, ihr klare Grenzen setzt und deutlich macht, was das Bessere ist für Lukas und Maria.
Selbst kann ich natürlich gar nichts machen. Mit meinen ´Defiziten´ bin ich ja nicht einmal mehr ein Gesprächspartner auf gleicher Augenhöhe.
Vielleicht kommt doch noch ein überraschendes Urteil des Richters.
So etwa sehe ich die Situation im Moment.

Jetzt schlage ich ihr wieder einmal vor, Mediation oder ähnliches zu machen. Bisher lehnte sie jedes Gespräch ab. .......

Liebe Grüße, Rudi

* * *
Soweit das Mail von Papas Freundin und seine Antwort.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.2010 um 21:34.]

Lug und Trug gilt als verbürgte Wahrheit, während man die Wirklichkeit nur vom Hörensagen kennt. (Thoreau: Walden)
Verfasst am: 21. 03. 10 [22:37]
Otto
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Beiträge: 128
Sonntag, 21. März 2010

Jetzt machen wir (Lukas und Maria) einmal einen kleinen Rückblick auf die Zeiten der "Besuchsbehinderung" mit Papa:

Mehr als fünf Wochen sind vergangen seit der Gutachtenserörterung am 11. Feb. 2010 und es gibt noch keinen Bescheid des Gerichtes.

Seit unserer letzten direkten Begegnung mit Papa, nämlich dem vom Gutachter genehmigten "Zweistunden-Weihnachtsgeschenke-Besuch" mit Besuchsbegleiter Gerold sind drei Monate vergangen. Das war am 20. Dez. 2009.

Seit unserem letzten, sogenannten ´normalen´, monatlichen "Zwei-mal-drei-Stunden-Besuch" am 25. August 2009 im Augarten sind sieben Monate vergangen. Auch da war Gerold dabei.

Seit Papas zweitem Antrag bei Gericht am 21. April 2009 auf eine Regelung sind fast elf Monate vergangen.
Seit Papas erstem Antrag bei Gericht am 31. Jänner 2006 sind vier Jahre und zwei Monate vergangen.
Die Gesamtdauer der "Umgangsbehinderung" sind etwa vier Jahre und acht Monate (seit Mitte 2005).

Und es ist kein Ende abzusehen...

(Unsere Geduld und die von Papa wird auf eine harte Probe gestellt.
Oder: Wir und Papa haben uns vorgenommen, unsere Ausdauer und Geduld und Durchhaltevermögen in diesem Leben ein wenig - oder beträchtlich - zu steigern.)

Wann ist unsere `Ausbildungszeit´ vorbei?
Hat jemand den Willen und die Kompetenz, das zu beenden?

Liebe Grüße,
Lukas Michael (bald elf ..) und Maria Laura (bald zwölf Jahre alt).

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 22.03.2010 um 21:45.]

Lug und Trug gilt als verbürgte Wahrheit, während man die Wirklichkeit nur vom Hörensagen kennt. (Thoreau: Walden)



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