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ist Hungerstreik ein Lösungsansatz?

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Verfasst am: 28. 07. 10 [07:33]
gerhard
Themenersteller
Dabei seit: 12.11.2009
Beiträge: 35
vor längerer Zeit stellte ich mich als Ex-Großvater vor, der seine Enkelkinder nicht sehen darf, da ihre Mutter vorher Euro 70.000,-- will.

Der offensichtliche Erpressungsversuch (eine diesbezügliche Klage wurde bereits wegen Aussichtslosigkeit zurückgezogen, eine neuerliche Klage - mit voller Verfahrenshilfe - neu eingereicht) wird vom BG vollinhaltlich unterstützt. So wurde z.B. der Hauptzeugen der Klägerin vor dessen Aussage von der Richterin einer Verhandlung beigezogen, damit sie ihm besser erklären könnte, wie er als Zeuge der Anklage die Anklage besser untermauern könnte. Ja, unsere Herrn und Frau´n Rat leben auf dem Olymp; ihr Verhalten darf nicht von uns Menschen kritisiert werden.

Ich bin mir sicher, auch wenn diesmal "Lösegeld" bezahlt werden würde, eine verbindliche Streitbeilegung getroffen werden würde, sobald das Geld weg wäre, käme die nächste Klage.
Warum arbeiten, wenn auch geklagt werden kann!
Kinder brauchen Zuwendung, eine glückliche Mutter gibt mehr Zuwendung, eine neu eingekleidete Mutter ist glücklich.
Also liegt es im Interesse der Kinder, wenn die Mama chic ist.

Es ist natürlich möglich, dagegen rechtlich vorzugehen.

Nur befürchte ich, berücksichtige ich den üblich langen Rechtsweg, werden meine Enkelkinder - wenn der Besuchsstreit entschieden und gewonnen sein wird - meinen, "Opa, statt zig-tausenden Euro als Prozesskosten zu verschwenden, hättest du uns lieber jedem ein Auto kaufen sollen."

In Österreich wird mit der Formel:

Mutter und Familie der Mutter gut und aufrichtig
Vater und Familie des Vaters bös und falsch

nicht viel zu erreichen sein. Und bis der EuGH entscheiden würde, . . . . (na ja, alt und grau bin ich schon).


Daher verfiel ich auf die Idee, in einen Hungerstreik zu treten.

Ich würde mich z.B. (beinahe) täglich bei der Vereinsbehörde angemeldet vor dem Justizministerium mit einem kleinem Info-Stand aufstellen und meine sichtbare Gewichtsabnahme demonstrieren.

Mein Sohn, der KV, hält Aktionismus grundsätzlich als kontraproduktiv. Er befürchtet Repressalien seitens der Mutter (und des sich angegriffenen fühlenden BG; während die Richterin die KM vor der Verhandlung auf dem Gang herzlich begrüßt, schaut sie schon jetzt demonstrativ über ihn hinweg). Er meint, letztendlich würde sich eine derartige Aktion nur negativ für die Kinder auswirken: noch weniger Besuchsrecht, dafür noch mehr Loyalitätskonflikt; die Entfremdung wird ohnehin schon spürbar.


Daher ersuche ich hier im vaterverbot-Forum um Meinungen und Ratschläge.






Verfasst am: 29. 07. 10 [16:32]
Raimund1973
Dabei seit: 21.01.2010
Beiträge: 48
gerhard schrieb:

Daher verfiel ich auf die Idee, in einen Hungerstreik zu treten.

meine Meinung:
das bringt sicher nichts, damit gefährdet man lediglich die eigene gesundheit

Ich würde mich z.B. (beinahe) täglich bei der Vereinsbehörde angemeldet vor dem Justizministerium mit einem kleinem Info-Stand aufstellen und meine sichtbare Gewichtsabnahme demonstrieren.

mM:
auch das bringt nichts, noch dazu (beinahe) täglich,
so oft wirds wohl kaum eine Genehmigung geben,
ausserdem heisst es aufpassen dass Dir daraus nichts gestrickt wird

Mein Sohn, der KV, hält Aktionismus grundsätzlich als kontraproduktiv.

das find ich schade, denn mit Schweigen erreicht man schon gar nichts

Er befürchtet Repressalien seitens der Mutter (und des sich angegriffenen fühlenden BG; während die Richterin die KM vor der Verhandlung auf dem Gang herzlich begrüßt, schaut sie schon jetzt demonstrativ über ihn hinweg). Er meint, letztendlich würde sich eine derartige Aktion nur negativ für die Kinder auswirken: noch weniger Besuchsrecht, dafür noch mehr Loyalitätskonflikt; die Entfremdung wird ohnehin schon spürbar.

damit muss man leider rechnen,
am Besten versucht er einen friedlichen Kontakt zur KM herzustellen,
auch wenn es ein langer, beschwerlicher Weg ist,
ich gehe diesen Weg seit 10 Monaten
und kann von kleinen Fortschritten sprechen
Verfasst am: 30. 07. 10 [23:04]
Otto
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 128
Hallo Gerhard,
Deine Idee „Hungerstreik“ halte ich für eine sehr, sehr gute Idee.

Wenn du das wirklich erst meinst und wenn du dir das zutraust: mach es!!!

Dein Beitrag hat bei mir heute folgendes Bild angeregt:

Auf den Hauptplätzen unserer Landeshauptstädte steht zumindest ein Vater oder Mutter, vielleicht auch einige, die im Hungerstreik sind dafür, dass der Eltern-Kind-Umgangsboykott der Vergangenheit angehört, weil er einfach von niemandem mehr geduldet wird.

Sie machen das ganz ruhig, ernst, würdig. Sie unterhalten sich mit Interessierten.

Auf einer kleinen Tafel kann man etwa folgendes lesen:
„Heute ist der erste, ...siebte, ... Tag des voraussichtlich ...tägigen Hungerstreikes.
Ich mache damit darauf aufmerksam, dass unzählige Kinder in Österreich von einem Elternteil mutwillig und unbegründet ferngehalten werden. Das wird von den Behörden geduldet.
Das muss und wird sich ändern in der Richtung, dass in Zukunft jedes Kind zu beiden Eltern ein gutes ungestörtes Verhältnis haben kann“.

Daneben liegen Informationsbroschüren und eine Unterschriftenliste vom Verein „Vaterverbot“ und
anderer Kinderrechte-Organisationen.

Soweit das Bild. Es wäre leicht zu ergänzen...

Wir sollten nicht damit rechnen, dass das eine schnelle Wirkung hat für die persönliche Situation.
Aber es kann nicht wirkungslos bleiben für die unzähligen ausgegrenzten Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten, Nichten, Neffen, Freunden und so weiter.

So ein Hungerstreik ist natürlich ein großes Opfer, das „an die Substanz geht“.
Wie groß ist im Vergleich dazu das - oft unbegrenzt lange - Opfer, keinen Kontakt zu seinen Kindern oder Enkeln haben zu dürfen? Das kann jeder Betroffene selbst abwägen.

Könnte der „Hungerstreik“ ein Schuss nach hinten sein?
Vielleicht. Aber ich würde aus Angst vor einer Verschlechterung der persönlichen Situation mich nicht abschrecken lassen... oder doch?
Ich erlebe es so etwa wie ein - mehr oder weniger verzweifelter (oder auch ganz bewußter) - „letzter Versuch“, die unerträgliche Situation zu verändern. „Es kann nicht noch schlimmer werden“.

Je mehr ich mich damit befasse, umso eher kann ich mir selbst vorstellen, mitzumachen...
Ich bräuchte aber einen zweiten Kollegen (oder Kollegin) zur Unterstützung.
Fühlt sich jemand angesprochen?
Als Ort wäre der Linzer Hauptplatz gut...
Muss man das anmelden, wenn man es ganz unspektakulär macht?
Zum (bescheidenen) Anfangen vielleicht einmal ein Tag oder drei Tage...

Lug und Trug gilt als verbürgte Wahrheit, während man die Wirklichkeit nur vom Hörensagen kennt. (Thoreau: Walden)
Verfasst am: 31. 07. 10 [01:24]
josefvater
Dabei seit: 28.01.2009
Beiträge: 153
Hallo Gerhard, hallo Rudolf,

ich bin eher sehr skeptisch gegen den Hungerstreik, wir Alten (ich bin ja auch schon Großvater) würden eher als einsame Spinner dargestellt werden. Ich glaube immer mehr, dass wir unsere Kräfte viel besser einsetzen können! Zu mir kommen immer mehr Betroffene, nicth nur väter, auch Großväter, Mütter, Großmütter. Es sind schon so viele Geschichten des blanken Wahnsinns, und die wirklich öffentlich machen würde viel mehr bringen, glaube ich. Leider habe ich nicht die Zeit und Energie dazu, würde Unterstützung brauchen! Ein bißchen Schreiben können, und etwas für den Computer gestalten, dass es einfach ausdruckbar und verbreitbar ist. Und noch etliche Ideen konstruktiver Arbei sind mir schon bekannt, aber es fehlen die Ressourcen sie umzusetzen. Hungerstreik gefällt mir auch nicht, es bedeutet auch, dass wir uns in die Opferrolle fügen. Aber wir4 sind Väter und Großväter, Männer die handeln und verändern!

Josef
Verfasst am: 31. 07. 10 [08:10]
gerhard
Themenersteller
Dabei seit: 12.11.2009
Beiträge: 35
vielen Dank für die Antworten

für mich ist ein "öffentlicher" Hungerstreik etwas Besonderes, das ich mir bis vor Kurzem nicht einmal vorstellen hätte können.
Andererseits verstehe ich unter einem Hungerstreik nur, keine feste Nahrung zu mir zu nehmen. Eine Art verlängerte Entschlackungskur (zB Ahorn-Sirup-Kur), die ich schon mehrmals 3 Wochen lang machte.

zu Raimund1973
Eine Einigung mit der KM wäre natürlich das Beste. Nur wenn eine solche möglich gewesen wäre, wäre es nie so weit gekommen. Mein Sohn versuchte auch schon eine Mediation. Alles umsonst.
Egal, welche Seite nun wirklich zu welchen Anteilen Schuld hat: Es geht nicht.
Ohne jeden Gerichtsbeschluss verbietet sie mir den gleichzeitigen Aufenthalt mit meinen Enkelkindern in einem öffentlichen Park; auch wenn ich mich nicht zu erkennen gebe.
Natürlich hat sie keine rechtlichen Möglichkeiten ihren Terror auszuüben.
Aber nur ganz kurz: Was tun, wenn die Kinder wieder gerade an den Tagen der Besuche des KV krank werden?

zu Otto:
Du schreibst mir aus der Seele. Mit allem. Einzig Fotos, die meine Gewichtsabnahme dokumentierten, würde ich noch hinzufügen.
Bis die Aktion Aufmerksamkeit erregen würde, vergingen mM 2 bis 3 Wochen, in denen die Folgen der Hungerkur (Entschlackungskur) sichtbar werden würden.

Wenn sich nach 2 Wochen noch jemand anschließen würde (zB in einer anderen Stadt) wäre für viele Medien das Sommerloch gestopft.

zu josefvater:
Ich bin seit ca. 1 Jahr "Vaterrechtler". Ich bot meine Hilfe verschiedenen Gruppen an. Was mich störte, war oft ein gewisses Vereinsdenken. Einmal wurde mir, als ich mich über einen Verein erkundigte, als Einleitung erklärt, für ein Mitarbeiten sei nicht jeder geeignet, denn schließlich sei man unausgesprochen die Elite."

Für Vaterverbot stand ich zB wochenlang jeden Mittwoch mit einem kl Infostand in Wien auf dem Heldenplatz. Das Echo war natürlich nicht überwältigend. Aber ich wurde zu einem fixen Bestandteil im Kleinen und traschte schon mit so manchen Stammkunden. Ich glaube nicht, dass durch individuelles Überreden oder Überzeugen Boden gewonnen werden kann. Vielmehr sah ich mich als lebende Reklame. Dann hieß es von einem Tag auf den anderen, vaterverbot.at bräuchte den Info-Tisch wieder. Nun bin ich keiner, der sich aufdrängt. Ich erwarte mir auch keine Erkllärung, warum meine Aktion unerwünscht wurde. Ich stellte halt meine 1-Mann-Mittwoch-Demo auf dem Heldenplatz ein. Große Wirkung hatte sie ohnehin noch nicht gezeigt.

Mittlerweile habe ich mich selbst mit einigen anderen - ohne Vereinsstatuten - vernetzt. Einerseits gibt es größere Befriedigung, rasch und unbürokratisch - trotzdem abgestimmt - zu reagieren, andererseits finden aufmukende Zwerge - wenn überhaupt - nur belächelt Aufmerksamkeit.

Wirkliche Problemscheidungen sind mM die Ausnahme. Dem Großteil der jährlich etwas mehr als 20.000 Scheidungskindern bleiben traumatisierende Erlebnisse Gott sei Dank erspart.
Nur so ist es mir verständlich, dass trotz des großen Engagements vieler verhältnismässig wenig bei den Politiker "ankommt". als Wählerpotential sind Alleinerzieherinnen nach wie vor interessanter.

Denn eines glaube ich nach einem Jahr sagen zu dürfen. Ich lernte Vaterrechtler (auch weibliche) kennen, mit denen ich kein Herz und Seele wurde, aber ich traf keine einzige Person, der ich und die mir unsympathisch war. Es waren ausschließlich angenehme Begegnungen. Selten erlebte ich, dass Fremde derart aus sich herausgehen. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich glaube auch, dass Vaterrechtler grundsätzlich zum denkenden Teil der Bevölkerung gehören.

Unser Nachteil ist der Vorteil der Gesellschaft: es gibt mM prozentual nur wenige fatale Fehlentscheidungen.

Daher werden die JÄ und BG auch nie "richtig" gefordert. Daher wird auf ein einwandfreies Funktionieren der staatlichen Stellen auch kein besonderer Wert gelegt. Oft habe ich den Eindruck, die Gesetzgebung lässt JÄ und BG einfach weiter vor sich hindümpeln. Wichtig ist nur: alles muss billig bleiben.

Medienwirksam kann die Beschleunigung der Asylverfahren verkauft werden. Wem interessiert schon, ob ein Antrag auf ein Besuchsrecht 6 oder 9 Monate dauert?

Vorwiegend wird mM auf Zeit gespielt. früher oder später geht jedem die Luft aus. Früher oder später arrangiert sich jeder mit den neuen Gegebenheiten. Erwähnt muss mM auch die Traumatisierung der Geschiedenen, die ihre Kinder von einem Tag auf den anderen "verlieren", werden. Hier gibt es nicht das übliche "die Betroffenen werden psychologisch betreut." Im Gegenteil, viele werden als Monster, die mit Recht von den armen Kleinen ferngehalten werden, dargestellt.

Das alles dient nur dem Zweck, neue Umstände zu schaffen, die irreversibel sind. So werden dem Patch-Work-Vater immer mehr, dem leiblichen Vater immer weniger Rechte eingeräumt. Manchmal denke ich mir, die Frauenministerin sieht Kinder als austauschbare Anhängsel einer Familie. Kommt es zu einer Scheidung, so wird durch Austausch des Vaters eine Familie neu zusammengestellt. Die Kinder bekommen einen neuen Papa und der Papa bekommt neue Kinder. Weil jetzt die Mama besser mit dem neuen Papa kann, ist es für alle das Beste.

Und so erkläre ich mir, dass Scheidungskinder vermehrt wieder Scheidungskinder "produzieren". Statt, Blut ist dicker als Wasser, gilt, die politische Ideologie (die Stimmen bringt) ist wichtiger als die Realität (die ohnehin nicht zu ändern ist).
Wenn sich Eltern nicht einigen können, kommen die Kinder zur KM, der KV zahlt.







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